Aktuelles
Ein Blick zurück, ein Blick nach vorne
Die Beratungsstelle für Senioren und pflegende Angehörige e. V. (BSA) und die
Beratungsstelle Demenz Untermain (BDU) resümieren das vergangene Jahr und geben
einen Ausblick auf 2026.
Blick zurück
Beratung, Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit zu allen Themen der Pflege, des Alters
und Alterns sind die Kernthemen der Beratungsstellen. Sie schauen auf ein arbeitsreiches
Jahr zurück mit zahlreichen Beratungen, Gruppenangeboten, Vorträgen und
Netzwerktreffen. Besonders hervorzuheben im Jahr 2025 ist der Start der
Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige. Einmal monatlich bietet sie den Rahmen,
sich mit anderen pflegenden Angehörigen auszutauschen. Dieses Angebot wird sehr gut
angenommen und auch im neuen Jahr weitergeführt.
2562 Beratungen (telefonisch, schriftlich und persönlich) und 35 Vorträge sind
beeindruckende Zahlen für ein Arbeitsjahr. Am beeindruckendsten überhaupt sind aber
die Menschen, die hinter diesen Zahlen stehen. Und damit sind nicht die Mitarbeiter der
Beratungsstelle, die Vereins- oder Vorstandsmitglieder gemeint, sondern die pflegenden
Angehörigen, die sich Unterstützung suchen, um ihre An- und Zugehörigen bestmöglich
zu versorgen.
Blick nach vorne
Im Jahr 2026 haben sich die Beratungsstellen das Thema „Prävention“ auserkoren. Es
schwingt zwar auch bisher in allen Tätigkeitsfeldern mit, geht aber manchmal unter, weil
es nicht in der ersten Reihe steht. Dieses Jahr jedoch wird es in die erste Reihe gestellt.
Unter anderem sind spezielle Vorträge zu dem Thema und ein Tag der offenen Tür im
Miltenberger Büro geplant. Bei Interesse an einem Vortrag in Ihrer Gemeinde oder Stadt
können Sie sich gerne melden. Am 6. Mai öffnet die Beratungsstelle ihre Türen von 12:30
– 16:30 Uhr für alle Interessierten. Neben zwei Kurzvorträgen zu den Themen „Wohnen im
Alter“ und „selbstbestimmte Vorsorge“ gibt es interaktive Stationen, um selbst erfahren
zu können, wie sich bestimmte Beeinträchtigungen im Alter anfühlen. Außerdem besteht
die Möglichkeit, sich die Räumlichkeiten anzuschauen und in ungezwungener
Atmosphäre mit den Fachberatern in Kontakt zu kommen.
Ein weiteres Highlight wird es am 22. September in der Woche der Demenz geben. Unter
dem Motto „Genussvoll gegen das Vergessen – Ernährung im Alter und geistige Fitness“
wird ein dreistündiger Workshop angeboten. Viele Informationen und ein leckeres
gemeinsam zubereitetes Abendessen erwarten die Teilnehmer im Bürgerhaus in
Obernburg. Neben diesen Highlights gibt es noch viele weitere Veranstaltungen und
ausführliche Berichte zum Wirken der einzelnen Fachstellen. Schauen Sie auf unserer
Homepage vorbei, um mehr zu erfahren.
Kinästhetics – was ist das denn?
Beobachten Sie zwei Menschen, wie sie von einem Stuhl aufstehen. Sie werden große Unterschiede feststellen. Die menschliche Bewegung ist komplex, jeder Mensch bewegt sich anders. Diese Bewegungsmuster an sich selbst zu beobachten und bewusst Unterschiede zu erfahren ist der erste Schritt, um Bewegung zu verstehen, die eigenen Bewegungsmuster zu analysieren. Kommt dann noch eine weitere Person mit hinzu, mit ihren ganz eigenen Bewegungsmustern, die auf Unterstützung angewiesen ist, dann befinden Sie sich mitten in dem Thema Kinästhetics für pflegende Angehörige.
Diesem Thema haben sich sieben Teilnehmer gemeinsam mit ihrem Kursleiter Uwe Wagner gewidmet. Organisiert wurde der Kurs von der Beratungsstelle für Senioren und pflegende Angehörige. In 34 Lektionen ging es um ein Grundverständnis von menschlicher Bewegung mit einem Fokus auf der Unterstützung einer pflegebedürftigen Person. Ein „so macht man es richtig“ war hier jedoch nicht zu finden, was sich der ein oder andere Teilnehmer insgeheim erhofft hatte. So unterschiedlich die Menschen, so unterschiedlich muss Unterstützung gestaltet werden. Es ist immer ein gemeinsames Aushandeln, welche Hilfe in welcher Form sinnvoll und notwendig ist. „Es geht darum, Angebote zu machen“, so Uwe Wagner. Der Hilfsbedürftige entscheidet dann, welche Angebote er gut annehmen kann und welche nicht. Um jedoch Angebote machen zu können, braucht es ein Verständnis davon, wie der Körper aufgebaut ist und wie Bewegung organisiert wird. In welchen Positionen brauche ich viel Anstrengung, in welchen Positionen wenig. Über welche Bereiche des Körpers kann ich Masse abgeben und die Muskulatur entlasten. Dies waren nur einige Inhalte der Schulung. Das Lernen findet über Übungen mit dem eigenen Körper und Partnerübungen statt, immer begleitet von einem fachlichen Input.
Das Ziel ist es, Bewegung in der Interaktion so zu organisieren, dass der Pflegebedürftige möglichst viel selbst machen kann und dass die Anstrengung beim Helfenden möglichst gering ist. Dies erfordert ein Umdenken, eine andere Herangehensweise, zu Beginn mehr Zeit und Mut, andere Wege zu beschreiten. Im Ergebnis führt es dann aber zu einem gesünderen und bewussteren Umgang im Miteinander.
Die Schulung ist sowohl für Menschen geeignet, die bereits in der Pflege eines Angehörigen tätig sind, aber auch für Menschen, die sich auf eine mögliche Pflegesituation vorbereiten möchten. Die Beratungsstelle plant auch 2026 wieder eine Schulung im Herbst.

Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige
„Ich gehe leichter raus“
So beschreibt eine Teilnehmerin der Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige ihren Zustand nach dem Abend. Seit April treffen sich einmal im Monat Menschen, die mit der Pflege eines Angehörigen betraut sind. Es wird gelacht, es wird geweint und es werden Erfahrungen und Tipps ausgetauscht. Es handelt sich um eine offene Gruppe, zu der jederzeit weitere Personen hinzukommen können. Je nach Gruppengröße wird dann noch einmal thematisch aufgeteilt. Die Organisation und Moderation übernehmen Mitarbeiter der Beratungsstelle für Senioren und pflegenden Angehörige e. V. Da das Angebot so gut angenommen wurde, wird die Gruppe 2026 weitergeführt. Die genauen Termine können Sie dem neuen Flyer entnehmen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Veranstaltungstipp: Web Seminar der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz
Die Verbraucherzentrale bietet regelmäßig Veranstaltungen, zu verschiedensten Themen, in einem Online-Format an.
Eine Übersicht über die aktuellen Veranstaltungen finden Sie unter: https://www.verbraucherzentrale-rlp.de/veranstaltungen
Eine Veranstaltung möchten wir gerne hervorheben: für pflegende Angehörige findet am 12. und 13. November ein Seminar statt, das sich ums leibliche Wohl dreht.
Seminar für pflegende Angehörige: „Gut versorgt ins hohe Alter – Tipps zum Essen und Trinken“
Gesund alt werden – wer möchte das nicht? Genussvolles und ausgewogenes Essen und Trinken tragen wesentlich dazu bei. Das Web-Seminar der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz vermittelt pflegenden Angehörigen alltagstaugliches Wissen rund um eine gesunde und ausgewogene Ernährung älterer Menschen. Es geht zudem um altersbedingte Krankheiten, zum Beispiel bei Demenz, sowie Praxis-Tipps für eine gesundheitsfördernde Verpflegung bei Mangelernährung, Kau- oder Schluckbeschwerden. Die Web-Seminare dauern jeweils 90 Minuten. Die Teilnahme ist kostenlos.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Messe für soziale Berufe

Fachstelle für pflegende Angehörige

Nächstes Treffen findet am 9. September statt.
Stammtisch für pflegende Angehörige

Vorträge BSA e.V. von September bis November 2025
Thomas Zöller, MdL über die BSA e.V.

Aus Zwei wird Eins – Gemeinsamer Jahresbetrag für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege
Ab dem 1. Juli 2025 werden Verhinderungs- und Kurzzeitpflege in einem gemeinsamen Jahresbudget zusammengefasst. Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 2 stehen künftig 3.539 € pro Jahr zur Verfügung – flexibel einsetzbar, je nach Bedarf.
Die bisherige Aufteilung und Verschiebung von Beträgen zwischen zwei getrennten Töpfen entfallen. Das neue Jahresbudget kann zum Beispiel genutzt werden für:
- einen Aufenthalt im Pflegeheim,
- die stundenweise Vertretung durch einen Pflegedienst,
- oder durch Angehörige, Freunde oder Nachbarn, wenn die Pflegeperson verhindert ist – etwa im Urlaub oder bei Krankheit.
Weitere Vorteile der Neuregelung:
- Keine Wartezeit mehr:
Die bisher vorgeschriebene „Vorpflegezeit“ von sechs Monaten entfällt.
Das Budget kann ab sofort nach Feststellung von Pflegegrad 2 genutzt werden. - Pflegegeld wird weiterbezahlt:
Für bis zu acht Wochen Verhinderungspflege wird die Hälfte des monatlichen Pflegegeldes weitergezahlt. - Höhere Vergütung für Angehörige:
Übernehmen nahe Verwandte die Verhinderungspflege, können sie künftig das Doppelte des Pflegegeldes abrechnen – bislang war nur das 1,5-Fache möglich.
Wichtig:
Die Antragsstellung bei der jeweiligen Pflegekasse ist weiterhin erforderlich – sowohl für Verhinderungs- als auch für Kurzzeitpflege.
Hinweis: Die Beantragung ist auch nachträglich möglich.
Haben Sie Fragen?
Das Team der Beratungsstelle für Senioren und pflegende Angehörige steht Ihnen gerne beratend zur Seite.